Niederlanden: Als Einzelunternehmen oder als BV?

Posted on

In den Niederlanden ein Unternehmen zu gründen ist leicht, aber es sind einige Entscheidungen zu treffen. Man muss sich zwischen den rechtlichen Unternehmensformen entscheiden und diese Entscheidung hat steuerliche Auswirkungen. Die grundlegende Entscheidung ist zwischen dem Einzelunternehmen und der BV (privates Unternehmen mit begrenzter Haftung). Was ist am besten?

Was am besten ist hängt von den Bedürfnissen des Unternehmers ab. Das Unternehmen mit begrenzter Haftung, die BV, ist attraktiv, weil die Haftbarkeit begrenzt ist, oder nicht? Kann man ein Unternehmen betreiben und nicht persönlich haftbar gemacht werden? Wir denken, man kann es nicht. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen in Verbindung mit der Haftpflichtversicherung können den Unterschied zwischen den beiden Unternehmensformen mehr oder weniger ausgleichen.

Nur durch den Zusatz begrenzte Haftung zeigt die BV Kunden und Geschäftspartnern ein solides Unternehmen, aber man kann immer noch alleine handeln. Das Einzelunternehmen wird fälschlicherweise oft nur mit einem Mann (oder einer Frau) als geschäftstätige Person in Verbindung gebracht. Das ist nicht richtig. Einzel bezieht sich auf das Unternehmenskapital, das eine Person besitzt. Das Unternehmen kann jedoch so viele Angestellte wie gewünscht haben.

Das BV Unternehmen hat viele fiskalische Regeln für das Verhältnis zwischen dem Anteilseigner (dem Geschäftsführer) und der BV. Die Regeln beziehen sich auf Gehalt, Vermögensentnahmen und anderes und können erhebliche Auswirkungen auf die fällige Steuer haben.

Das Einzelunternehmen hat fast keine Regeln. Der gesamte Ertrag wird versteuert, es werden erhebliche Steuerfreibeträge gewährt, so dass ein Neuunternehmer ca. € 22.000 an steuerpflichtigem Ertrag erwirtschaften kann, ohne dass während der ersten drei Jahre nach Unternehmensgründung Einkommenssteuer anfällt. Danach sinkt der Betrag auf ca. € 18.000. Bei der BV wird der Ertrag ab dem ersten verdienten Euro versteuert.

Die BV bietet Möglichkeiten, die es bei dem Einzelunternehmen nicht gibt. Die Möglichkeiten umfassen beispielsweise den Übertrag von Unternehmensanteilen auf einen Dritten im Falle des Unternehmensverkaufs. Bei einer Beteiligungsgesellschaft wird für den Verkauf nicht sofort Steuer fällig. Es können Kreditvereinbarungen getroffen werden, interne Altersvorsorgepläne geschaffen werden und vieles mehr.

Es ist möglich, das Einzelunternehmen in ein BV Unternehmen umzuwandeln. Dies kann im Hinblick auf einen späteren Verkauf oder andere Möglichkeiten interessant sein.